Call-In?

Was um alles in der Welt ist Geocaching?

geschrieben von Lilly am 29. März 2009

Vertikale Cachenäherung – Teil 2 und Teil 3

Terrain 5
Gestern war es soweit. Wir sind zu fast nachtschlafender Zeit (8:00 Uhr morgens) gemeinsam mit schnitzel… und Troll aufgebrochen, um unsere T5er-Ausrüstung zu komplettieren. Das erste Ziel war die Kletter-Spezial-Einheit, wo wir richtig ordentlich die Wirtschaft ankurbeln wollten. Danach hatte der Master noch 30 T5er in/um Würzburg ausgesucht, an denen wir das Equipment testen wollten.

Teil 2 – wir kaufen die restliche Ausrüstung:

Nach einem leichten Einstiegscache am Fuße einer Birke wurden wir von einem irischen Wolfshund namens Merlin überschwänglich begrüßt, bevor Marbi, der Inhaber der Kletter-Spezial-Einheit zu uns vorgedringen konnte.

Während die Männer bereits mit anderen Cachern, die gerade einen T5er-Kurs absolvierten, fachsimpelten, durfte ich mich über das Hündchen freuen. Als die Excelliste mit der Bestellung gefunden war, ging es los. Ein großer Karton wurde aufgestellt und ich (Lilly) durfte sogar in Styling-Fragen beratend zur Seite stehen (welche Farbe sollen die Bandschlingen haben, welche Farbe die Handsteigklemme, etc)! Nicht auszumalen, wären wir mit blau-lilanen Bandschlingen angerückt! Da wäre der Ruf für immer ruiniert gewesen… Der Karton füllte sich immer und immer weiter. Karabiner, Bandschlingen, Croll, Messerchen, Reepschnur, ATC, Handsteigklemme… Nachdem schließlich noch Seil, Seilsack und Helm eingepackt waren, wurden wir hibbelig. Jetzt kann’s bald RICHTIG losgehen!

Teil 3 – wir machen unsere ersten T5er mit neuer Ausrüstung:

Da ging's runter...Um ein paar Euro ärmer und um neue Perspektiven reicher, brachen wir schließlich auf zu einem Aussichtsturm in der Nähe. 14,7 Meter hoch sollte man sich von ganz oben abseilen und einen PETling aus der Halterung fischen, der das ersehnte Logbuch barg. Der Anstieg war glitschig, nass, windig und je höher wir kamen, auch weißer. Schnaufend angekommen, hat es uns fast von der oberen Plattform des Turmes geweht. Aber unerschrocken wie wir waren, war das natürlich kein Hindernis. Todesmutig stürzte sich Erik, dann Lilly und schließlich Stefan über das Geländer. Und siehe, alles ward gut.

Voller Tatendrang kamen wir an ein kleines abgelegenes Brücklein. Die Dose war schnell entdeckt, aber wie sollen wir dahin gelangen? Nach einiger Friemelei und erfolglosen Versuchen hatten wir dann das Seil mit Erik’s Flaschenzug so gespannt, dass unsere Arme lang genug waren, dem Micro-Behälter das Logbuch zu entlocken. Als ich dann im Seil hing hat ein unbedachter Griff für Aufruhr gesorgt. Es machte Platsch und unsere Handsteigklemme lag im Wasser. Laut Stefan war sie in den reißenden Strömen weggespült worden. Mit ihr meine gute Laune. 50 Euronen versenkt – Mist! Und erst die Zeit, die es kosten würde wieder zum Händler unseres Vertrauens zu fahren, um gleich wieder eine neue zu beschaffen… Nachdem Erik mir eine Alternativausrüstung zum Aufstieg heruntergebracht hat, ging es physikalisch wieder aufwärts. Gefrustet starrte ich in die Fluten und da! Es blitze mich ein bläulicher Gegenstand vom Flussbett an. Das würde doch wohl nicht… Stefan hat es kurzum mit einem Ast bestätigt und während die Herren mit irgendwas anderem beschäftigt waren, habe ich mir ein Kneipp-Bad gegönnt und die Handsteigklemme aus dem eiskalten Wasser geborgen.  Nicht nur war ich danach wieder verträglicher Laune wegen der “gesparten” 50 Euros, sondern ich hatte auch keine kalten Füße mehr.

Stefan sicher nur... schnitzel... auf dem Weg zur Dose... schnitzel... greift zu...

Lilly auf dem Weg zur Dose... Lilly macht die Dose wieder zu

Nach dem zeitintensiven Cache ging es dann weiter in ein wunderschönes, wildromantisches Tal mit einem kleinen Wasserfall. Die Dämmerung hatte schon eingesetzt und nach schlammigem Hinweg hatte ich doch kein Lust mehr zum Abseilen. Stefan und Erik sind alleine neben dem Wasserfall herunter zum PETling. Auf dem Rückweg wurde ich für meine Faulheit bestraft und glitschte prompt aus. Mit Pseudo-Schiss an der Hose durfte ich nun durch die Lande schlurfen. Sehr zur Belustigung der Herren.

Als nächstes wartete ein kleiner Steinbruch auf uns. Mit schicken Helmen ausgestattet seilten sich Erik und ich ab.Die Helme waren hier wirklich von Nöten, denn es bröckelte überall herunter. Mein Schienbein durfte sogar eine kurzfristige Bekanntschaft mit einem Steinbröckchen machen. Zum Glück ohne größere Verletzungen, dafür jedoch mit ausgiebigem Fluchen meinerseits. Stefan kümmerte sich um das Seil und nach dem kurzen Zwischenstop am Steinbruch ging es hurtig auf zum nächsten Cache.

Erinnerungen an die Kinderjahre wurden wach beim Erklimmen des 12 Meter hohen
Kletterbaumes. Ich frage mich noch immer, ob die Jungs nur prahlen wollten, oder ob sie bereits als kleine Stinker so tapfer waren, die Bäume in ihrem Umfeld bis in schwindelerregende Höhen zu erklimmen. Natürlich ohne Sicherung, denn was kümmert unbedarfte Kinder schon der um die Ecke lauernde Tod?! Ich war froh, dass die beiden inzwischen einige Jährchen weiser geworden waren und sich artig mit Bandschlingen sicherten. Da machte die längere Wartezeit auch nichts aus.

Hungrig fielen wir vor der letzten Heldentat des Tages – oder inzwischen der Nacht – im örtlichen McDonald’s ein. Mittlerweile fest mit den Klettergurten verwachsen, konnten wir den einen oder anderen Tropfen Angstschweiß auf den vor Schreck verzerrten Gesichtern der anwesenden Dorf-Poser entdecken. Da muss man sich wohl dran gewöhnen, wenn man als MTCE (Mobile T5er-Cache Einheit) unterwegs ist. Ich bin mir sicher, die Bübchen haben es heil überstanden und sind nach einem Glas warmer Milch ohne Alpträume eingeschlafen.

Da geht's hoch!Nach einem vorzüglichen Gourmet-Diner ging es auf zum letzten T5er. Eine Dose auf einem
Bismarck-Turm über den Dächern Würzburgs wollte gefunden werden. Ich hatte keine Lust mehr und war müde. So durfte ich ohne große Diskussionen mit Troll im Auto chillen, während Erik und Stefan das Seil auf den Turm katapultierten. Hier kann ich nur aus den
Erzählungen Stefan’s sprechen. Scheinbar war das längere Seil fast zu kurz und die Handsteigklemme noch auf meine Größe eingestellt. Stefan hatte also ordentlich Armkraft aufzuwenden, um oben auf dem Turm mit einer berauschenden Aussicht und dem Logbuch belohnt zu werden. Erik wartete geduldig, bis Stefan wieder regeneriert war, dann schossen sie ein paar Fotos und seilten sich wieder ab.

Ende Gelände – Abschlussbemerkungen, Danksagungen und Fazit:

Hundemüde waren wir gegen 5:00 Uhr erst in Karlsruhe und nach Entladung und Rückgabe des Autos gegen 6:00 Uhr zu Hause in Enzweihingen. Um die Ereignisse des gestrigen Tages auf den Punkt zu bringen: es hat sehr viel Spass gemacht, T5ern ist total aufregend und wir bleiben am Ball äh am Seil!

Danke an Erik und Troll für die Orga und die wie immer lustige und kompetente Begleitung. So eine kleine, “feuchte” Tour machen wir gernstens mal wieder.

Um Verzeihung bitten wir buzeles, Schraddel und ichel, denen wir nach Abschätzung des Endes unserer Tour für die heutige Reise zur Schnipseljagd leider versetzen mussten. Mit nur 4 Stunden Schlaf in den Knochen wären wir vermutlich irgendwo unterwegs kollabiert.

Nun sind wir endlich ausgeschlafen und wieder einsatzbereit. Jetzt wird sich fertig gemacht und dann kommt der nächste T5er. Yeah!

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6 Kommentare zu “Vertikale Cachenäherung – Teil 2 und Teil 3”

    Grisu_the_dragon sagt:

    Super Bericht – inzwischen bin ich auch nicht mehr ganz so unbeschlagen, was diese Klettergeschichten angeht. Herr Rehwald berichtet nämlich darüber sehr gut auf seinen Seiten, wie ich finde *schleichwerbung :roll: *

    Nur schade, dass sowohl mein Wohn- als auch mein Studienort immer noch cachemäßig nahezu tot sind..

    Schönen Sonntag noch – ich hoffe doch, dass bis heute Abend noch ein Logbüchle-Eintrag erscheint :wink:

    Grisu


    schnitzel... sagt:

    …jaja…
    da wird gleich mal untertrieben… :wink:
    es war auch gleich eine horizontale cache näherung dabei…respekt an lilly, die vor lauter freude über die dose ihre ascension ins wasser werfen musste…
    aber insgeheim glaube ich, dass sie nur kneipen wollte… :wink:

    das war eine richtig tolle tour…auch hatten wir bei den dosen richtiges glück und konnten viele unterschiedliche arten von t5ern kennenlernen…

    to be continued…
    schnitzel


    Lilly sagt:

    @Grisu: dein wunsch sei uns befehl. stefan arbeitet gerade am eintrag #28

    @schnitzel…: ich bin froh, dass der Troll nicht im Tumult über meine Wanderstiefel gefallen ist und die versehentlich in die reißenden Fluten gefallen sind. Da hätte ich dann bei jedem weiteren Schritt ne Kneippkur gehabt! :wink:


    Lilly sagt:

    ach so… fast hätte ich es vergessen… es wäre noch zu vermelden, dass wir heute unseren ERSTEN T5ER GANZ ALLEINE GEFUNDEN haben!

    Danke Trainer, für die gute Einweisung. Es gab keinen dumpfen Aufschlag, sondern glückliche Jubelschreie als wir auf dem Boden ankamen… :cool:


    rehwald sagt:

    Das kommt davon, wenn man die Ascencion nicht noch am Gurt festtüttert ;-) . Und auch von mir Glückwunsch zum ersten Alleingang. Müssen wir jetzt hier oben für euren Urlaub auch alles mit T5er zupflastern? :cool:


    schnitzel... sagt:

    @rehwald:
    die ascension war gesichert…aber leider nicht gut genug…
    somit war das kneipbad unausweichlich…

    es gibt nur einen in der welt, der meint, dass er von allen fehlern befreit ist und gott ganz nahe steht…
    dieser verein nennt sich dav…

    so short…
    schnitzel…


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