Call-In?

Was um alles in der Welt ist Geocaching?

geschrieben von Stefan am 3. November 2008

Das Erlebnis “Ostoroschno! Wojennyi raiyon”

Aber warum berichten wir über diesen Cache und warum machen wir auch noch eine Audiologbüchle davon? Ganz einfach, dieser Cache ist für uns ein Meilenstein, in mehrfacher Hinsicht. Zum einen ist es mit Abstand der beste Cache, den wir je gemacht haben und zum anderen wurde es unser erster vierstelliger Fund. Die älteren Leser werden sich erinnern. Eigentlich ist es unmöglich über diesen Cache zu berichten. Jede noch so kleine Andeutung wäre ein Spoiler und würde den nachfolgenden Cachern einen Teil des Spaßes nehmen. Man muß sich mit Andeutungen begnügen. Aber was man machen kann, ist zu versuchen die Freude und die Begeisterung zu vermitteln, die man hat, wärend man dieses Gesamtkunstwerk durchlebt. Schon das Gelände ist ein einziger Abenteuerspielplatz und für Lost-Place-Fans eine wahre Freude. Hier werden aus gestandenen Erwachsenen wieder keine Spielkinder. Herrlich!

Dieser Cache sprüht vor Kreativität und technischen Meisterleistungen, deren Umsetzung der absolute Wahnsinn sind. Jede Station für sich ist eine Herausforderung an Körper und Geist. Viel stoßen dabei an Grenzen und müssen dann entscheiden, ob sie diese überschreiten oder nicht. Alleine deshalb ist es ratsam den Cache in einer kleinen Gruppe anzugehen. So kann jeder seine Stärken einbringen und zum Gesamterfolg beitragen.

Folgende Aufzählung verrät wohl nicht zuviel: man muß klettern (ohne Ausrüstung), kriechen, suchen, interpretieren, denken, verstehen, hören, leuchten, lachen, fragen, sich freuen, feiern (am Schluß), staunen.

Wir waren zum insgesamt vierten (!) Mal auf dem Gelände, wobei drei dieser Besuche nachts erfolgten und als mehr oder weniger ernsthafte Versuche den Cache zu finden gelten können. Die ersten beiden Versuche waren am Osterwochenende 2008 und leider wenig von Erfolg gekrönt. Wir hatten uns im Vorfeld darum bemüht Mitstreiter über das
grüne Forum zu finden und eigentlich wollten einige Teams mit uns los. Eigentlich…

Uneigentlich spielte das Wetter nicht mit. Es war Schnee und eisige Kälte angesagt, weshalb alle, außer uns, von einem Versuch Abstand nahmen. Alle bis auf einen, den Localhero rehwald, er war beim ersten Versuch dabei. Allerdings sind wir wegen des Schneefalls schon an Stage 2 gescheitert und nach mehreren Stunden erfolgoser Suche brachen wir ab. Frust pur!

Da am folgenden Tag die Sonne viel vom gefallenen Schnee abgetaut hatte, wollten wir es am Abend erneut versuchen. Kamen aber, trotz Telefonjoker (Danke Thom) und Ownerunterstützung (Danke Arne) nur bis Stage 6, die wir dann nicht mehr lösen konnten und abermals gefrustet, durchgefroren und psychisch ausgelaugt aufgaben.

Am Morgen danach, kurz vor unserer Heimreise, wollten wir uns das ganze mal bei Tageslicht anschauen. Das war ein Erlebnis der besonderen Art, bei Tag wirkt das Gelände nicht weniger beindruckend und bedrückend zugleich. Ganz nebenbei fanden wir dann noch den Hinweis an Stage 6 und Lilly kam auf die Idee, diesen Cache als unseren 1000sten Fund anzugehen. Da hatten wir sowas um die 400 Funde!

Diesesmal reisten wir mit mehr Zeit und einer noch besseren Ausrüstung an. Mit ivalo htten wir einen Mitstreiter gefunden, der diesen Cache ebenfalls unbedingt bezwingen wollte. An Motivation mangelte es uns allen nicht. Dieses Mal funktionierte (fast) alles und wir konnten nach knapp fünf Stunden die Dose in Händen halten. An Station 11 liefen wir Team JoFrie in die Arme, die dort angeregt mit Arne (mal wieder wegen Wartung vor Ort) vom Owner-Team plauderten. Nachdem Arne wieder abgezogen war, konnten wir den Rest gemeinsam erledigen. Erfolgreich, wie sich bald herausstellte. Zusammen bewätigten wir die absoluten Highlights des Caches gemeinsam und der Final war schließlich “Formsache”.

Beschliessen möchte ich diesen Artikel aber nicht, ohne ein Wort über die Owner dieses grandiosen Geocachingerlebnisses zu verlieren. Die ArDos. Im schweriner Raum haben die Caches der Beiden schon fast Kultstatus, nicht zu unrecht. Aufgrund der aufwendigen Stationen ist Ostoroschno! natürlich extrem Wartungsintensiv. Nicht zuletzt wegen ungestümem, unsachgemäßen Umgang anderer Cacher, die trotz entsprechenden Hinweisen im Listing an einigen Stages eben doch Gewalt anwenden, nur um nicht vorzeitig die Segel streichen zu müssen, sind die Owner gezwungen viel von ihrer freien Zeit in die Wartung dieses Caches zu investieren und werden früher oder später den Cache archivieren. Das ist dumm, unfair und egoistisch. Besonders schlimm ist, dass es Cacher gibt, die, mit Absicht oder nicht, etwas kaputt machen und es dann nicht an den Owner melden. So konnten wir die Station 4 an Ostern nicht lösen, da sie zerstört war. Possitiver Nebeneffekt war, wir durften Arne von den ArDos kennenlernen, der extra mitten in der Nacht zu einem Reparaturversuch anrückte. Soviel Engagement findet man selten. Danke dafür!

Wer auch immer die Chance hat, sollte diesen Nachtcache angehen. Einen kleinen Vorgeschmack bekommt man beim Lesen der inzwischen zahllosen Logs, der diversen Artikel in unterschiedlichsten Blogs. Aber erst wenn man den Cache selbst erlebt hat begreift man das Phänomen “Ostoroschno!”.

Geht hin, erlebt es selbst! Ihr werdet es definitiv nicht bereuen! Glaubt uns.

Ostoroschno! Wojennyi raiyon (GC18649)

Wie im Audiologbüchle schon erwähnt, haben wir viele Bilder gemacht. Leider haben wir bei der Durchsicht gemerkt, das fast alle in irgendeiner Form spoilern. Deshalb stellen wir nur wenige online. Sorry.

veröffentlicht unter Geocaching || 487 Mal gelesen || 13 Kommentare »

13 Kommentare zu “Das Erlebnis “Ostoroschno! Wojennyi raiyon””

    cyberberry’s Logbüchle sagt:

    [...] Mehr zu Lesen gibt es hier: Das Erlebnis “Ostoroschno! Wojennyi raiyon” [...]


    ivalo sagt:

    Oh, ja, das stimmt. Ich war nach unserem gemeinsamen Erlebnis O. einfach nur platt und glücklich und erschöpft. Nur aus Gewohnheit bin ich zwei Tage später zum nächsten Cache gefahren, aber eigentlich hätte es für eine ganze Woche gereicht. So ein schönes Erlebnis schmeckt nach, da kann man eine Weile von zehren.


    D-Buddi sagt:

    hups, da hörte sich Lilly aber einmal etwas unentspannt an 8-) Aber ich glaube das ging wohl jedem auf dem Ostoroschno mal so ;-)


    Lilly sagt:

    Echt? Kann mich gar nicht erinnern. Das machte die Spannung, der Location und der Aufgaben. Da musste ich meine lustige Persönlichkeit im Auto zurücklassen, sonst hätte das wieder nicht geklappt…

    Übrigens, an Stage 6 hatten wir damals aufgegeben, weil wir so durchgefroren waren nach 4 Stunden, dass wir keine Lust (und kein Gefühl mehr in den Fingern) hatten. Wir wussten ja, wir kommen wieder. Am nächsten Tag haben wir dann kurz die Koords von Stage 7 eingesammelt, konnten diese bei Tageslicht aber nicht mehr entdecken. Also wurde das Projekt auf den nächsten Urlaub verschoben.


    vonRichthofen sagt:

    Oh man das liest sich aber wirklich extrem interessant. Eine Schande, dass es gute 400 Kilometer Luftlinie bis dort sind. Aber man muss ja Ziele haben im Leben ;)


    Christin sagt:

    coole Doku zusammen mit dem Podcast… Wie immer schön von Euch zu hören :D . Das macht ja richtig Lust mal Richtung Schwerin zu fahren! Wenn das nur nicht so weit wäre…
    Liebe Grüße
    Christin
    PS: wenn´s hier so was noch nicht gibt, ich hätte da noch so ein Stückchen Wald im Angebot, das nur auf einen neuen Nachtcache von Euch wartet ;)


    Dosenfischen der Plotcast - Ersatzdroge | DOSENFISCHER sagt:

    [...] Gruppen aus ganz Deutschland nur um das große O. zu machen. Ja, 6 Stunden aber nur, weil Du ein Team mit guter Vorarbeit hattest, sonst wärt Ihr auch nicht vor 3 Uhr früh zuhause gewesen. Na, na! Wie wars denn? Wars [...]


    aba sagt:

    @vonRichthofen.
    ich wuerde den cache sehr bald machen. auf jeden fall vor mitte februar.


    rehwald sagt:

    Ich finde aber auch, dass ein Jahr genug ist. Dann darf gerne wieder was neues kommen. Wäre schade wenn Arne seine ganze Zeit nur mit Wartung für das O verbringt und nix neues entstehen kann und andere ebenfalls großartige Dosen archiviert werden, weil die Zeit deswegen fehlt. Zum Abschluss dann ein Ostoroschno-Ehemaligen-Treffen Nachts im Wald und gemeinschaftliches Einstampfen. Aber das ist Arnes Sache ob er noch Lust hat oder nicht.


    Lilly sagt:

    @ Christin:
    den Ostoroschno abkupfern geht nicht. So eine Location haben wir hier defnititv nicht. Du musst echt dort gewesen sein, um zu wissen, wie GEIL dieser Nachtcache ist. Der würde – will ich mal wagen zu vermuten – sogar den Hendrik umhauen! So weit ist Schwerin übrigens auch nicht. Wir könnten euch sogar eine günstige Unterkunft empfehlen ;) Bis nächstens sicherlich, oder?

    @ rehwald und Ostoroschno-noch-nicht-gefunden-haber:
    wäre schade, aber verständlich, wenn Arne den Osti einstellt. Schließlich ist der total wartungsintensiv. Ich kann ihn nur empfehlen, allerdings ohne Bodenfrost! Und beim Einstampfen wären wir auch gerne dabei. Sind erst wieder im Juni bei euch da oben. Es wäre schön, wenn schon der Master of the Caches sterben muss, dass auch wir ihm die Hand halten dürfen. Er soll nicht das Gefühl haben, ohne Fans zu sein… *schluchz* ich darf gar nicht daran denken *schnief*


    rehwald sagt:

    ostoroschno-noch-nicht-gefunden-haber?


    Stefan sagt:

    Damit warst natürlich nicht du gemeint, du hast ihn ja auch schon gefunden.


    ivalo sagt:

    Also ich glaube, es werden alle regionalen Cacher hier einen Verein der Freunde und Förderer Gründen, den Cache adoptieren und die Wartung reihum übernehmen, damit er erhalten bleibt. Vorausgesetzt natürlich die ArDos geben ihn zur Adoption frei.


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lilly

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