
Nach der Dosenpleite in San Gimignano hofften wir am dritten Tag unseres Toskana-Aufenthaltes auf mehr Glück in der Gegend um Siena. In Siena selbst gibt es – man soll es kaum glauben – keine einzige versteckte Dose! Noch nicht einmal einen Webcam Cache.
Auf dem Weg zu dem weißen Geocaching-Fleck in Mapsource, haben wir zuerst ein sehr versifftes ”A1- Firenze Certosa – GC & TB Hotel” (GC17DR0) besucht. Der Owner hatte im Listing schon auf die ungemütliche Location hingewiesen. TBs oder GCs waren nicht in der Dose und nachdem diese ohnehin schon nicht so der Brüller war, wollten wir auch nichts dalassen. Also ab in Richtung Siena…
Kurz vor der Autobahnausfahrt entdeckten wir den Tradi “Monteriggioni” (GCPWPZ) nahe der A1 und entschlossen uns, hier Halt zu machen. Zum Glück! Denn Monteriggioni – oder wie ich zu sagen pflege Monte Rigatoni – ist ein nettes kleines Städtchen, um geben von einer Wehrmauer mit 14 Wachtürmen, das sogar in Dantes Werk ”Commedia” erwähnt wurde. Da Monteriggioni tatsächlich sehr klein ist, waren wir nach ca. 15 Minuten einmal quer durch gelaufen.
 Einmal in Siena angekommen, waren wir wieder recht glücklich bei der Parkplatzsuche und haben schnell eine leere Parklücke auf einem kostenlosen Parkplatz ergattert, am Fuße der dort befindlichen Festung. Vor den Toren der Altstadt angekommen, wurden wir von dem Touristenrummel fast erschlagen. Schon reichlich genervt, haben wir uns dann doch rein gewagt, um wenigstens ein paar nette Bilder für die Galerie zu schießen. Noch schell Mitbringsel gekauft und ein Eis gegessen, sind wir dann zum Parkplatz geflüchtet, um den nächsten Cache “The sword in the stone – La spada nella roccia” (GCGN8Z) zu suchen.
Dieser Cache war auch einer der Empfehlungen aus dem Grünen Forum. Wir kamen also am Parkplatz an und hatten zwei Klosteranlagen zur Auswahl – ein verfallenes zu unseren Füßen, ein scheinbar noch aktives auf einem kleinen Hügel. Da wir ja fluchtartig Siena verlassen hatten, genehmigten wir uns erst einmal zwei Espressi und schlenderten dann zur Klosterruine. Hier war gar nicht mehr viel übrig. Bis auf die Außenmauern und ein paar Informationsschilder auf Italienisch war für uns nichts zu bestauenen. Beeindruckend war der Bau trotzdem, vor allem wenn man sich vorstellt, dass dieses Kloster vor elektrischen Kränen und sonstigen strombetriebenen Hilfsmitteln erbaut wurde. Der Cache lag in Richtung des neueren Klosters. Während wir den kleinen Trampelpfad bergaufwärts liefen, grollte hinter uns der Donner. Die Sonne war verschwunden und eine dicke, bedrohlich dunkle Wolke hatte den Himmel erzürnt, so dass sich dieser lautstark brummend beschwerte. Um nicht nass zu werden, haben wir einen Gang zugelegt und sind im Wäldchen unterhalb der neuen Klosteranlage fündig geworden. In einem Loch unter einer Wurzel, an einem kleinen Bächlein mit toter Schlange am Ufer, war ziemlich gut eine Munitionskiste versteckt. Wir freuten uns und bemerkten erschrocken, dass wir gar keinen Stift dabei hatten – und im Cache war auch keiner! Stefan wollte schon zum Auto laufen, dann haben wir uns jedoch zur Improvisation entschieden: mit feuchtem Lehm und einem Stöckchen war schnell ein Stift gebastelt und wir konnten à la MacGywer loggen.
Frischen Mutes wollten wir nun noch einen weiteren empfohlenen Cache - “Petriolo” (GCR4WQ) - finden, der an einer warmen Quelle versteckt ist, die auch im Winter nutzbar sei. Blauäugig dachten wir, das sei ein Geheimtip und überlegten uns schon, wo wir unsere Klamotten deponieren sollten, während wir ins warme Wasser stiegen. Dass wir uns der Quelle näherten konnte man schon von weitem riechen – es ist eine Schwefelquelle. Wir sahen dann auch bald dutzdende Autos, die unsere Badepläne dahinschmelzen ließen. Spätestens als wir im Listing sahen, dass man in die Thermenbecken steigen muss, um an die Dose zu gelangen, war klar, dass wir weder angezogen noch nackig an den vielen badenden Besuchern vorbei wollten, nur um loggen zu können. Enttäuscht wählten wir die Alternative “Castello del Belagio” (GC12K05), wo uns unter anderen Muskatbäume erwarten sollten.
Nach einer längeren Fahrt – ca. 7 km – über Schotterpisten im Wald von Nirgendwo kamen wir an einem schönen Häuschen an, dessen Sinn und Zweck uns durch die Italienischen Informationstafeln leider verborgen blieb. Wir vermuten, es handelte sich um eine Art Waldheim mit Försterschule oder ähnliches. Die Dose war nicht schwer zu finden und wir begaben uns mit knurrenden Mägen auf die Suche nach einem Ristorante unserer Wahl.
Der Plan war, irgendwo auf dem Heimweg am Wegesrand ein gutes und günstiges Lokal zu finden, in dem wir eine fürstliche Pizza verspeisen würden. Leider gestaltete sich das als schwierig, denn in den kleinen Ortschaften, die wir durchquerten, schien es entweder keine Lokale zu geben oder diese waren bereits geschlossen. Wir fuhren also durch den Hinterhof der Toskana, als wir wieder an einer älteren Brücke ankamen, die wir vorher bereits bewundert hatten. „Weshalb hier kein Dose liegt?” hatten wir uns auf dem Hinweg gefragt. Und siehe da, auf dem Rückweg schauten wir glücklicherweise auch auf das GPS, das uns klar und deutlich darauf hinwies, dass hier bereits der Cache “il ponte e il fantasma“ (GCR554) läge. Schnell angehalten, haben wir in der einsetzenden Dämmerung eine Weile suchen müssen, bis wir die Dose, die ein wenig im Off war, in den Händen hielten. Auf dem Rückweg kamen uns zwei offensichtliche Nicht-Italiener entgegen, aber vom gegenseitigen Angrinsen konnte man nicht erkennen, dass die beiden ein Auto mit Ludwigsburger Nummer fuhren und somit so gut wie Nachbarn waren! Was die beiden an der Bücke wollten, wissen wir nicht. Sie hatten etwas längliches dabei, es könnte ein Stativ oder eine Angelrute gewesen sein…
Eine Pizzeria haben wir auf dem Heimweg nicht mehr gefunden. Zur Strafe sind wir dann ohne Abendessen ins Bett gegangen. Und planten für den nächsten Tag einen „richtigen” Cache: den “Machu-Picchu Toscana” (GC1EJAQ).
Davon und von unserem vierten Tag in der Toskana erzählt euch dann aber der Stefan…
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