
Es war hektisch wie immer. Während Stefan im Laufschritt seine Sachen zusammenklaubte, saß ich noch vor dem Fernseher und ICQte mit buzeles-Beate und schnitzel… . Als die 12 näher rückte, fing dann auch ich an, ein paar Kleidungsstücke in die Reisetasche zu werfen, den Kultubeutel zu packen und mir Gedanken über die benötigten Jacken und Schuhe zu machen. Nachdem wir unser Reisemobil, den großen smart, vollgestopft hatten und die Blasen entleert wurden, ging es gegen 23:30 Uhr endlich los. Ferien! Ab in die Toskana in Richtung Florenz…
Ohne den befürchteten Stau kamen wir recht flott voran und sammelten unsere “Tagesdose” in Bayern beim Cache “Zeit zu Rasten” (GC12PE3) am 04.04.2009 um 1:16 Uhr ein. Mit dem Polster im Rücken konnte die Reise ganz relaxt fortgesetzt werden. Nach einer durchfahrenen Nacht und einigen Erholpausen waren wir am Ziel unserer langwöchigen Sehsüchte. Nur wo genau war denn nun die sogenannte Schlüsseladresse? Navigon kannte die Straße nicht und die Beschreibung des Reiseveranstalters war schwammig. Wir versuchten nach zweimaligem Vorbeifahren den kleinen, betonierten Feldweg. Irgendwann hörte auch diese befestigte Straße auf mit einem Hinweisschild “20 km/h – slow down / verlansamen” Ein wenig weiter konnten wir abgeschiedene Häuser sehen. Nach kurzer ruckeliger Fahrt auf dem Schotterweg mit fiesen Schlaglöchern bot sich uns der Anblick der Ferienresidenz. Genau so hatte sie im Internet auch ausgesehen. Die Wirtin sah uns wohl an, dass wir übermüdet waren und empfing uns mit leckerem Espresso, während der Herr des Hauses uns eine Flasche Chianti in die Hand drückte. Nach dem Einchecken sind wir erst einmal den verlorenen Schlaf aufholen gegangen…
Irgendwann, als der Hahn schon lange nicht mehr krähte, wachten wir gegen 13:30 Uhr auf, hatten Hunger und waren durstig. Schnell unter die Dusche, angezogen und ab zum nächsten Supermarkt. Nur in den kleinen Dörfchen im Umkreis hatte keiner mehr offen. So sind wir auf geschlungenen Straßen durch das Umland geirrt, sahen etliche Designer-Outlets in der idyllischen Einöde, aber erst viel später ein Schild, das auf einen Supermarkt in einer größeren Stadt hinwies. Glücklich angekommen, hatten wir noch keine Ahnung, was uns dort erwartete. Der Hektik der Einheimischen nach hätte man darauf schließen können, das pünktlich nach Ladenschluss ein Atomkrieg ausbräche und wir alle mindestens 50 Jahre in unseren Atomkellern überleben müssten. Jeder Gang war blockiert, Einkaufswägen reihten sich vor den Regalen, Großeltern versuchten ihre Kinder von den Süßigkeiten wegzulocken und mittendrin wir. Ohne auch nur ein Wort italienisch zu verstehen.
Diese Challenge haben wir großartig gemeistert und sind mit vollem Einkaufswagen schnell wieder geflüchtet. Zur Belohnung gab es dann zum Abendessen “Cappelletti Prosciutto Crudo mit Tomaten-Ricotta-Soße”. Der Essenshunger war kaum gestillt, als sich der Cachehunger einstellte. Schnell suchten wir uns den nächsten Cache in der Umgebung und fuhren zum Parkplatz. “Casa Le Mura” (GC1354N) lag Luftlinie 8 km entfernt, per Straße 12 km. Aber die hatten es in sich. Kleine einspurige Serpentinen fuhren wir durch die bergige Landschaft, die mit den grünen Wiesen und den silbernen Olivenbäumen einen ganz eigenen Zauber hatte. Es ging immer höher und höher, die Straße schien immer enger zu werden. Irgendwann kamen wir an der kleinen, fast schon ein wenig verfallenen Kirche in Lama an. Hier sollten wir parken. In Richtung Cache schauend, waren es zwar nur noch 400 Meter, allerdings schien unser Ziel auf einem anderen Berg zu sein! Und das gegen 18:30 Uhr! Entschlossen wie wir waren sind wir losgetrottet. Immer dem rot-weißen Wanderweg nach. Mal ging es herunter, mal wieder hoch, entlang vieler Olivenbäume und einiger kleiner Wasserfälle. Wir unterhielten uns noch über die schönen Häuser hier oben, da meldeten sich auch schon unsere Garmins: “piep” Wir waren am Cache. Ein Blick zur Seite und alles war klar. Die Dose lag offen und sicherlich nicht dort, wo sie hätte hingehört! Nachdem wir geloggt hatten, wurde die Dose ausnahmsweise wieder besserversteckt und wir gingen wieder in Richtung Lama. Eigentlich hatten wir uns den Anlaufweg etwas weiter vorgestellt und waren schon ein wenig enttäuscht. Auf der anderen Seite war der Tag und die vorangegangene Nacht schon recht lang gewesen… Wieder in der Ferienresidenz angekommen , schmausten wir noch ein paar leckere Pistazien und planten die nächsten Tage.

Über Tag 2 unserer Reise in die Toskana wird Stefan euch berichten…
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